Wilderness ins Nirgendwo

Wilderness ins Nirgendwo
Eine Rampe am Start und die Hitze Afrikas

Der Tag startete mit einem Transfer in der Früh zu unserem Startpunkt, wo uns eine unangekündigte Überraschung - ein knackiger Anstieg, der auch noch länger ist als erwartet. Maulend und schimpfend treten wir auf dem größten Ritzel die Rampe hoch; einige steigen irgendwann ab, denn die Steigung ist auch noch länger als erwartet. Danach erwartet uns dafür eine umso schönere Passage. Erst schlängeln wir uns durch eine enge Straße, dann kommen wir an den angekündigten und erwarteten Anstieg. 
Wir sind vorgewarnt worden, dass wir heute durch eine der heißesten Gegenden Südafrikas fahren. Man sieht deutlich, wie die Landschaft sich verändert und nach Regen schreit. Doch der scheint nicht in Sicht. Stattdessen wird es heiß, immer heißer... Am Pass fährt auch eine 40-köpfige Gruppe Rennradfahrer, die offenbar eine Rundtour machen. Mit ihren roten Trikots, umsäumt von Begleitfahrzeugen schlängeln sie sich ebenfalls die Straße hinauf. 
Oben angekommen erwartet uns eine großartige Abfahrt, wenig Verkehr, breite Straßen, und der Fahrtwind bringt eine willkommene Abwechslung. Unten angekommen gibt es einen kleinen Stop. Einer unserer Gruppe hat ein Problem mit seiner Schaltung und steigt in den Bus, um zum Radladen zu fahren. Wir sind die nächsten 40km ohne Begleitfahrzeug, was ja eigentlich auch nicht das Problem ist, allerdings erwarten uns jetzt endlos lange hügelige Straßen und die afrikanische Hitze. Aber alle schlagen sich tapfer. Es wäre auch schwierig, irgendwo auch nur ein kleines Stückchen Schatten zu finden. Wir haben noch einen Defekt in der Gruppe, einer leerer Akku der elektronischen Schaltung. Manchmal bin ich echt froh, noch etwas mehr oldschool unterwegs zu sein. Der Arme ist mit einem Gang unterwegs und drückt damit jeden Hügel tapfer hoch. 
Am Radladen angekommen, wird erstmal der Akku für 30min geladen, das sollte reichen zum Weiterfahren. Im Radladen schmunzelt man, als wir sagen, dass es so heiß sei. "Ist heute nicht so schlimm!" Nun ja, wir Nordeuropäer sind da aus dem Winter nicht gerade viel Hitze gewöhnt.
Eigentlich hätten wir noch 60km vor uns bis zum Ziel, aber es ist schon 14:00. Nach einem Hin und Her entscheidet sich die Mehrheit, noch 30km weiterzufahren und dann in den Bus zu steigen. Einige ziehen es auch vor, jetzt schon zusammenzupacken, ihnen macht die Hitze zu schaffen. Nach 30 weiteren Kilometern Auf und Ab halten wir an und laden die Räder auf dem Hänger. Wir sind gefühlt irgendwo im Nirgendwo an einer typisch südafrikanischen Landstraße. Nur unser 70-jähriger Lizenzfahrer gibt sich den Rest und macht ein kleines Einzelzeitfahren bis zum Ziel. So manch 20-jähriger wäre froh, so ein kräftiges Herz zu haben. Als wir ihn einholen, ist er noch 5km vom Ziel entfernt und wir feuern ihn nochmal kräftig an. - Er hat sich das anschließende "Mittagessen" in Oudtshoorn (es ist bereits 16:30 als wir da ankommen) wirklich verdient. 
Nach dem Essen geht es nich 3 Stunden mit dem Auto zur Unterkunft in Swellendam. (Angekündigt waren 2...) und es ist bereits dunkel, als wir zu unserer Unterkunft kommen. Für mich gibt es nur noch eine Banane und einen Muffin; einige fahren noch ins Restaurant. Für mich ist es zu spät, ich habe keine Lust mehr; mein Hintern tut weh, ich bin müde. 


 

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