Amstel Gold

Ein Abenteuer der besonderen Art….
Wer denkt, das Amstel Gold Race Toerversie (holländisch für Tourversion… – naheliegend, oder? 😉) hat etwas mit einem Rennen zu tun, weit gefehlt. Eigentlich ist es eine große RTF,
mit teilweiser Radweg-Benutzungspflicht (ok, die holländischen Radwege sind erheblich besser ausgebaut als unsere) und entgegenkommenden Fahrzeugen diverser Größe und Geschwindigkeit 🛵🚌 🚜. Denn die Straßen sind NICHT gesperrt wie am nächsten Tag für das Profirennen. Spätestens als wir das dritte Mal in einem von tausenden Radfahrern verursachten Stau anhalten mussten, bis uns mit Warnwesten bekleidete “Offizielle” die Straße rüberwinkten, warf ich meinen am Morgen noch aufkeimenden Ehrgeiz über Bord.

Wir waren zu zweit angereist. Kathi und ich haben die letzten Winter zahlreiche Crossrennen gemeinsam bestritten. Nun standen (!!) wir – immerhin bei Kaiserwetter ☀️– hier auf dem Renner und konnten uns ein Lachen nicht verkneifen. Im Stop & Go mit fremd bestimmter Geschwindigkeit ging es eine ganze Weile weiter. Der nicht enden wollende Strom an Radfahrern ließ ein Vorbeifahren auf den schmalen Wegen meist gar nicht zu. Wenn dann doch mal ein kleines Grüppchen sich mit höherer Geschwindigkeit vorbei drückte, gingen wir mit. So wuselten wir uns immer wieder ein Stückchen nach vorne. Nur das mit der Verpflegung hatten wir nicht so raus. Wir drückten uns nur Gels rein, dachten daran, bei der Verpflegung schnell was Festes einzustecken, doch die erste (es gab insgesamt auf den 150km nur zwei) war “bumsvoll” und es schoben tausende Radfahrer ihre Räder im Schneckentempo langsam über die Wiese, wo die Getränke-, Essensstationen und Dixies aufgebaut waren. Das wollten wir uns nicht antun und nutzten für einen kurzen Boxenstopp das Café gegenüber. Dort – wie in allen Cafés an der Strecke – saßen etliche Radfahrer.

Ab der zweiten Hälfte der Strecke wurde es dann interessanter. Waren es anfangs angenehme Rollerberge, so gab es nun doch einige knackigere und längere Anstiege. Dementsprechend zog sich das Feld auch etwas auseinander und von Anstieg zu Anstieg sahen viele der Radfahrer doch nicht mehr so frisch aus. Es wurde geschoben, Krämpfe massiert… Und man musste auch mal einem Linienbus ausweichen, der etwas rasant den Hügel herabfuhr und dadurch fast aus der Kurve getragen wurde, während wir uns tapfer die Höhenmeter hochschoben. Glücklicherweise gab es noch die zweite Verpflegung, wo wir nochmal Wasser und den Magen füllten, denn das letzte Stück hatte es in sich. Ob der vorletzte Anstieg nun wirklich 22% hatte wie auf dem Straßenschild stand oder doch weniger, weiß ich nicht. Aber es sah einfach aus wie eine steile Wand. “Absteigen ist keine Option!”
rief ich noch Kathi zu, bevor ich im Wiegetritt an taumelnden Radlern hochstapfte. Das Ding war glücklicherweise kurz, somit gut zu schaffen. Danach ging es dann auch schnell gen Ziel nach Valkenburg, wo wir am morgen gestartet waren. Dort durften wir nochmal unter Publikumsjubel den Cauberg hoch. Hier war in den vergangen Jahren das große Battle bei den Profis (seit zwei Jahren haben sie die Profistrecke etwas umgebaut, um es interessanter zu gestalten).
Im Ziel erwartete uns dann die nächste Überraschung: die Wies’n. 🙄 Es hatte wirklich was von Oktoberfeststimmung, nur das Bier wurde in 0,2l Plastikbechern ausgeschenkt und statt Weißwurst und Brezeln gab es belgische Pommes und Hot Dogs.
Es ist ein Erlebnis, landschaftlich ganz toll und mit 12000 Radfahrern sicher eine der größten Radsportveranstaltungen dieser Art, die durchaus einige Höhenmeter aufzuweisen hat.
#TeamCyclefix #AmstelGoldRaceToerversie